31.05.2017. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, alle Anstrengungen zu unternehmen, um Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.“, so VÖP-Vorsitzender Ernst Swoboda.
„Und natürlich betrifft das auch den Medienbereich, insbesondere die Darstellung von Menschen mit Behinderungen, denn hier haben wir Medien aufgrund unserer meinungsbildenden Funktion eine spezielle Verantwortung.“, so Swoboda weiter anläßlich der Präsentation der Empfehlungen zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien, bei deren Erarbeitung der VÖP maßgeblich mitgewirkt hat. „Besonders wichtig ist natürlich – und dies ist vor allem aus demokratiepolitischer Sicht wichtig – der Zugang zu Informationen. Gerade in einer Zeit, in der die demokratische Öffentlichkeit mit Fake News zu kämpfen hat, ist es besonders wichtig, allen Mitgliedern unserer Gesellschaft Zugang zu sorgfältig recherchierten, ausgewogenen und unabhängigen Informationen zu ermöglichen. Informationen, wie sie nur von Medien mit journalistischem Charakter bereitgestellt werden – also neben Zeitungen und einigen Online-Medien auch von Fernseh- und Radiosendern.“

Medienminister Thomas Drozda: „Die Berichterstattung muss das Leben von Behinderten als Ganzes erfassen und sich nicht auf Leiden, Opferrolle oder andere Klischees reduzieren. Medienschaffende und Medienkonsumenten sind heute gleichermaßen gefordert, sich um einen respektvollen Umgang zu bemühen, den jeder Mensch erwarten darf. Denn es geht um die Kultur des Miteinander in der Demokratie“

Im Jahr 2008 hat die Republik Österreich die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Dort wird eine Abkehr von gängigen Rollenklischees und einseitiger, diskriminierender Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Medien gefordert. Im Zuge des „Nationalen Aktionsplans für Behinderung 2012-2020“ wurde im Bundeskanzleramt die „Empfehlung zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien“ erarbeitet.

„Die nun vorliegenden Empfehlungen wurden in intensiven Gesprächen von Vertreterinnen und Vertretern der Behindertenorganisationen und der Medien gemeinsam ausgearbeitet.“, so Drozda weiter. „Einige der darin angesprochenen Maßnahmen sind bereits in Umsetzung, andere in Vorbereitung. Besonders wichtig ist uns, dass das Thema auch verstärkt in die österreichische Journalistinnen- und Journalistenausbildung integriert wird. Ebenso bedeutsam ist, dass die Präsenz von Betroffenen in den Medien erhöht wird. Und nicht zuletzt muss der Zugang zu Informationen durch Barrierefreiheit erleichtert werden.“

Die Journalisten Claus Reitan und Evelyne Huber präsentierten die neue Medienplattform barrierefreiemedien.at, die Empfehlungen, Tipps, Materialien und Quellen sowie Links für die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien bietet. „Meinungsäußerungsfreiheit, Unabhängigkeit und Bedeutsamkeit der Medien verpflichten Journalismus und Medienunternehmen zu Verantwortung, auch und gerade in der Darstellung von Menschen mit Behinderungen. Wir haben es daher sehr gerne übernommen, die Webplattform, koordiniert vom Bundeskanzleramt und im Auftrag des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) zu konzipieren und umzusetzen“, erklärten die beiden Journalisten.

> Download: Empfehlungen zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien

> Link: barrierefreiemedien.at

Bildquelle: BKA / Regina Aigner

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