18.09.2026. Der VÖP begrüßt den Gesetzesentwurf zur Einführung einer verpflichtenden Altersgrenze für den Zugang zu bestimmten digitalen Plattformen ausdrücklich. Der Entwurf setzt aus Sicht des VÖP einen wichtigen Schritt für einen zeitgemäßen und wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.

Im Mittelpunkt steht dabei die Verantwortung jener Plattformen, deren Gestaltung besondere Risiken für Minderjährige mit sich bringen kann, etwa durch algorithmische Empfehlungssysteme, Auto-Play, Belohnungssysteme oder nutzungsfördernde Benachrichtigungen. Jugendschutz darf aus Sicht des VÖP daher nicht allein bei Eltern und der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen ansetzen, sondern muss auch die Funktionsweise und Geschäftsmodelle der Plattformen berücksichtigen.

Positiv bewertet der VÖP insbesondere das vorgesehene datenschutzfreundliche „Double-Blind“-Modell zur Altersverifikation. Entscheidend wird sein, dass die eingesetzten Systeme tatsächlich wirksam und nicht leicht zu umgehen sind.

Der Entwurf ist zugleich medien- und wettbewerbspolitisch relevant, da audiovisuelle Mediendiensteanbieter in Österreich bereits seit Jahren umfangreichen Jugendschutzvorgaben unterliegen, während globale Plattformen bislang teilweise deutlich schwächer reguliert sind. Die neuen Verpflichtungen können daher zu einem faireren Level Playing Field zwischen klassischen Medien und digitalen Plattformen beitragen.

Der VÖP unterstützt zudem die geplante Stärkung der Aufsicht und der Durchsetzungsmöglichkeiten der KommAustria. Gleichzeitig sollte die österreichische Regelung eng mit der derzeit in Entwicklung befindlichen europäischen Lösung zum Mindestalter abgestimmt und insbesondere bei der Altersverifikation anschlussfähig an europäische Standards gestaltet werden.

Aus Sicht des VÖP ist der Entwurf ein wichtiger Schritt für mehr Verantwortung digitaler Plattformen und besseren Jugendschutz. Für ein echtes Level Playing Field sind darüber hinaus jedoch weitere regulatorische Maßnahmen erforderlich.

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